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nov252011

Raffinierte Schneekuppeln und rasante Schlittenfahrten

Raffinierte Schneekuppeln und rasante Schlittenfahrten

Der Winter kann so schön sein: Gemütliche Stunden auf dem Sofa, mit einem spannenden Buch und dampfend heißer Schokolade wechseln sich ab mit coolen Abenteuern auf dem Eis und im Schnee. Schussfahrten auf dem Schlitten, lustige Schneeballschlachten sind wunderbar –aber hast du dir schon einmal überlegt, wie sich die Menschen in Alaska und anderen frostigen Gegenden mit dem Frost und dem Schnee arrangieren?

„Inuit“, nicht „Eskimo“
Von den „Eskimos“ hast du sicher schon gehört – vielleicht sind sie dir auch in deinen Büchern begegnet. Dort tragen sie meist dicke Jacken mit flauschigen Pelzkrägen und gehen auf die Jagd nach Fischen und Robben, um dank des fetten Fleisches besser über den Winter zu kommen. Auch heute leben die „Eskimos“ im nördlichen Sibirien, in den arktischen Regionen von Alaska und Kanada und Grönland. „Eskimos“ möchten viele von ihnen allerdings nicht mehr genannt werden, denn das bedeutet „Fleischesser“ und war ursprünglich ein Schimpfwort.

Iglu: Ein Vorläufer des Zeltes
Die Inuit sind vor allem Jäger: Das fetthaltige Fleisch von Meeressäugern wie Walrössern und Robben hilft den Menschen, die empfindlich kalte Zeit besser zu überstehen. Entgegen des verbreiteten Glaubens leben die Inuit während des Winters aber nicht vorwiegend in Iglus, uppelförmigen Schneebehausungen, sondern in so genannten „Qarmaqs“, Bauten aus Gras, Erde und Steinen, die mit Schnee abgedichtet wurden. Iglus errichten die Inuit hauptsächlich auf Reisen: Die Schneekuppeln sind geräumig und trocken und bieten zuverlässigen Schutz gegen Wind und Kälte.

Bau dein eigenes Iglu
Für dich kann der Bau eines Iglus eine witzige Abwechslung zu anderen Aktivitäten im Schnee wie Schneeballschlachten und Schneemannbauen sein. Was du dafür brauchst: Auf jeden Fall warme Kleidung und Schuhe und die Hilfe der Erwachsenen, die dir helfen, die Schneequader aufeinander zu wuchten. Das Iglu solltet ihr auf einer möglichst ebenen Fläche errichten, an der es windstill ist. Voraussetzung für ein stabiles Iglu ist fester, windgepackter, gepresster Schnee. Und dann kann es auch schon losgehen! Schneeschaufel und Schneesäge müssen auf alle Fälle im Gepäck sein. Mit einer Schnur und zwei Stöcken misst du den Grundriss aus. Vergiss nicht, dich warm anzuziehen und wärmeisolierte, wasserdichte Schuhe zu tragen – das schönste Abenteuer im Schnee macht nicht halb so viel Spaß, wenn du frierst oder nasse Kleidung und Schuhe trägst. Bauanleitungen für dein eigenes Iglu findest du im Internet und in vielen Büchern.

Schlittenfahren einmal anders
Die Bewohner dieser nördlichen, schneereichen Regionen bewegten und bewegen sich auf ihre ganz besondere Art voran: Kräfteschonend soll sie sein und einige Transportmöglichkeiten bieten. Viele Völker stapfen mit Schneeschuhen durch den Schnee, aus Zweigen geflochtene und mit Leder bespannte Schuhplattformen, die aussehen wie überdimensionale Tennisschläger. Aber sicherlich hast du auch von den Schlittenhunden gehört, die ihre Herrchen und deren Lasten mit rasender Geschwindigkeit durch die schneebedeckte Landschaft ziehen. Huskys sind eine typische Hunderasse, die für ihre Kraft und Ausdauer bekannt ist, und besonders dichtes Fell hat, das die lauffreudigen Tiere vor Kälte und Nässe schützt. Ein gut trainierter Hund kann innerhalb von 24 Stunden um die 200 Kilometer zurücklegen – aber natürlich brauchen auch die am besten trainierten Hunde regelmäßige Pausen, frisches Wasser und hochwertige Nahrung. Ein Hundehalter, der seine Tiere bis zur Erschöpfung fordert, ist nicht am Wohlergehen seiner Tiere, sondern nur am Geld interessiert. Solltest du jemals feststellen, dass jemand einem Hund oder einem anderen Tier Schmerzen zufügt oder vernachlässigt, musst du das unbedingt deinen Eltern sagen. Die können dann einschreiten oder zur Polizei gehen.

Kraftvolle Rangordnung
Ein Hundegespann kann aus bis zu zwölf Hunden bestehen und muss hervorragend trainiert sein, damit es nicht nur den körperlichen Anstrengungen standhalten kann, sondern auch in tiefverschneiter Landschaft den richtigen Weg („Trail“) finden kann. Der Leithund gibt den Weg und die Geschwindigkeit vor. Die Leistung der Schlittenhunde dabei ist beachtlich: Bei kurzen Sprints können sie eine Geschwindigkeit von bis zu 40 Kilometern pro Stunde zurücklegen, das ist viel schneller, als die Autofahrer in eurer Spielstraße fahren dürfen. Auf Langstrecken beträgt die Geschwindigkeit der Schlittengespanne um die 20 Kilometer pro Stunde.

Helfer und Freunde
Bei der Eroberung der arktischen Gebiete haben Schlittenhunde stets eine überaus wichtige Rolle gespielt: Der norwegische Polarforscher Roald Amundsen setzte sie auf seinen Expeditionen ein. Sein Assistent Helmer Hanssen notierte im Anschluss an eine solche Erkundungstour: „Solche Hunde, die schwere Zeiten und mühsame Arbeit des Menschen teilen, können nicht einfach nur als Tiere angesehen werden. Sie sind Helfer und Freunde.“ Und tatsächlich halfen diese kraftvollen, anmutigen Tiere dem Menschen, auf der Jagd und den Transportwegen enorme Strecken zurückzulegen – heute übernehmen zumeist Schneemobile ihren wertvollen Dienst. Hauptsächlich in der Arktis werden sie heutzutage noch eingesetzt. Viele Veranstalter und Sportvereine bieten die rasante Fahrt auf dem Schlitten aber heute noch an. Weitere Informationen zu diesem Thema findest du im Internet – dort steht auch, worauf ihr achten solltet, wenn du und deine Familie einen Ausflug mit dem Hundeschlitten plant, und wie man einen Veranstalter erkennt, dem man vertrauen kann.