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mär192012

Würzige Kräuterküche mit selbst gesammelten Naturschätzen

Würzige Kräuterküche mit selbst gesammelten Naturschätzen

Mit wachen Augen in die Natur zu gehen, ist im Frühling besonders lohnenswert. Was schon alles grünt und sprießt! Neben den ersten zarten Blümchen kannst du bereits frische Kräuter finden, aus denen du wertvolle Köstlichkeiten zaubern kannst: Bärlauchpesto beispielsweise, feine Kräuterbutter oder Löwenzahnhonig. TATONKA zeigt dir, wie’s kinderleicht geht.

Bevor du mit deinem Kräuterkörbchen auf die Wiesen gehst, um die zarten Frühlingskräuter zu pflücken, solltest du dich unbedingt genau informieren: Vielleicht kannst du zusammen mit deinen Eltern oder Freunden ein Kräuterbuch durchblättern. Darin findest du alle heimischen Kräuter, die du unbedenklich mit in die Küche nehmen darfst, und erfährst zugleich, wie du sie verwenden kannst. Sammle nur, was du wirklich eindeutig erkennen kannst und meide Pflanzen, die an Straßenrändern, auf privaten Grundstücken, neben Hundespazierwegen und auf Ackerflächen findest. Deine Kräuterschätze solltest du auch auf dem Nachhauseweg nicht in einer Plastiktüte aufbewahren, sondern sie lieber luftig in einen Korb legen, der mit einigen Blättern Küchenkrepp ausgekleidet ist. Leider verdirbt deine Ernte recht schnell, du solltest sie also möglich noch am selben Tag verarbeiten.
 
Bunte Wildkräuter mit feinem Geschmack
 
Schon von fern werden dir die sonnengelben Blütenköpfe des Löwenzahns aus dem Grün der Wiesen entgegen leuchten. Seine jungen Blätter schmecken im Salat besonders fein; allerdings müssen sie vor der Blüte geerntet werden, denn sonst werden sie bitter. Die Blätter legst du am besten für kurze Zeit in Salzwasser, wäscht sie gründlich und schüttelst sie vorsichtig trocken. Anschließend schneidest du eine Knoblauchzehe klein, mischt drei Esslöffel Öl, etwas Salz, ein wenig Zucker und einen Esslöffel Zitronensaft und gibst alles über den Salat. Klein geschnittene Petersilie und feine Schnittlauchröllchen machen diesen einfachen Salat zu einem erfrischenden Genuss. Hart gekochte Eier und frisches Butterbrot schmecken sehr fein dazu.
 
Ganz besonders lecker ist auch der Löwenzahnhonig, den du aus den üppigen Blütenköpfen gewinnen kannst. Eigentlich ist dieser Honig gar kein richtiger Honig, sondern wird aus einem Zuckersirup gewonnen. Lass dir bei diesem Rezept unbedingt von deinen Eltern helfen, damit du dich am Ofen nicht verbrennst. Für den Löwenzahnhonig brauchst du 200 Gramm Löwenzahnblüten ohne Stängel, einen halben Liter Wasser, ein Kilogramm Zucker und einen Löffel Zitronensaft. Die Zutaten werden so lange eingekocht, bis ein dickflüssiger, goldgelber Saft entsteht, den ihr dann in Gläser füllen könnt.
 
Den Stängel des Löwenzahns solltet ihr auf keinen Fall verwenden, denn sein weißer Milchsaft verursacht Bauchschmerzen und Durchfall.
 
Aus Gänseblümchen kannst du nicht nur Ketten und Kränze basteln, sondern ihre Blüten auch über den Salat streuen. Vor allem die Knospen und die erst leicht geöffneten Blüten sind ein echter Genuss; zuviel solltest du davon aber nicht verwenden, sondern deinem Salat damit vielmehr den letzten Schliff geben.

Eine ganz besondere Delikatesse ist der Bärlauch, den du an schattig-feuchten Stellen im Wald finden kannst. Sei aber vorsichtig, denn die Blätter des Bärlauchs sehen denen des giftigen Maiglöckchens sehr ähnlich. Zerreibt man das Blatt einer Bärlauchpflanze zwischen den Fingern, verströmt es einen knoblauchartigen Geruch. Fein gehackt gibt dieses Kraut frischen Quarks, Salaten und Suppen eine herrlich würzige Note – besonders lecker ist es aber auch als Pesto, das du zu frisch gekochten Nudeln, Kartoffeln oder auch zu euren Grillgerichten essen kannst.

Für ein feines Bärlauchpesto brauchst du 200 Gramm Bärlauchblätter, 150 Gramm Kerne (Pinienkerne, Sonnenblumenkerne oder ähnliches), einen halben Liter Raps- oder Sonnenblumenöl, 100 Gramm kräftigen Hartkäse wie Pecorino oder Parmesan, der fein gerieben wird, drei Knoblauchzehen, Pfeffer und Salz. Die Zutaten werden mit einem Rührstab sehr fein püriert und durch ein Haarsieb gestrichen, damit das Pesto eine cremige Masse ergibt. Sollte der Bärlauch noch zu scharf sein, kannst du das Pesto auch noch mit der Zugabe von Öl etwas strecken.
 
Weitere Wildkräuter, die du bei deinen Spaziergängen mitnehmen und in eurer Küche verwenden kannst, sind unter anderem
 
- Sauerampfer (saurer Frischekick für den Salat; sein Pflanzensaft schafft schnell Abhilfe bei Insektenstichen)
- Brunnenkresse (als Salat oder klein gehackt aufs Butterbrot)
- Brennessel (vorsichtig – die macht ihrem Namen alle Ehre! Ihre frischen Blätter und Triebe können aber wie Spinat blanchiert und dann zu einem leckeren Salat verarbeitet werden)
- Schafgarbe (die jungen Blätter dieses würzigen Gewächs können für Kräuterbutter, Salate, Gemüseintöpfe, aufs Brot und für Suppen verwendet werden).
 
 
Und nun noch ein TATONKA-Geheimtipp für die Outdoor-Brotzeit: Leckere Kräuterbutter:
 
Nimm ein halbes Päckchen Butter und lass es bei Zimmertemperatur für ein paar Stunden liegen, damit es warm und weich wird. Zerdrücke die Butter dann mit einer Gabel und rühre sie schaumig. Gib einen Teelöffel Zitronensaft, je eine Prise Zucker, Salz und Pfeffer hinzu und vermische das alles sorgfältig. Anschließend hackst du unterschiedliche Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch und Sauerampfer ganz klein und gibst sie unter die Buttermasse. Eine klein geschnittene Knoblauchzehe gibt deiner Kräuterbutter noch einen lecker-scharfen Pfiff. Die Butter schmeckt zu frischem Vollkornbrot ganz besonders gut und verfeinert auch deine Ofenkartoffeln.