Wandern im Regen

Ein völlig ernst gemeinter Tipp

Nieselwetter? Wolkenverhangener Himmel? Super, lass uns wandern im Regen gehen! Ganz im Ernst - du wirst die Berge für dich haben, der gemütlichste Platz in der Hütte ist garantiert frei und die warme Dusche daheim fühlt sich wie der pure Luxus an. Probiere es doch mal aus!

Die Berge beeindrucken nicht nur bei Kaiserwetter. Gerade bei wolkenverhangenem Himmel, wenn der Nebel zwischen den Gipfeln oder Bäumen hängt oder Regen ein kleines Rinnsal zu einem imposanten Wasserfall anschwellen lässt, spürst du die Elemente und bist ganz weit weg vom Alltag. Spannende Entdeckungen warten am Wegesrand auf dich: Die hohe Luftfeuchtigkeit lockt bei ausreichend hohen Temperaturen zum Beispiel den schwarzen Alpensalamander aus seinem Versteck. Regentropfen machen aus Spinnennetzen kleine Kunstwerke, das Glockengeläut der Almkühe klingt auf einmal sehr mystisch durch den Regenschleier.

Neben all diesen Sinneseindrücken hat das Wandern im Regen auch ganz praktische Vorteile: Es ist nicht zu heiß, und es ist egal, wenn du mal wieder die Sonnencreme zu Hause vergessen hast. Du wirst auf keine Touristen mit FlipFlops stoßen und eine gute Geschichte zum Erzählen kriegst du obendrein.

Die richtige Ausrüstung fürs Wandern im Regen

Damit du dich ins Abenteuer stürzen kannst, sollte neben der richtigen Einstellung auch die Ausrüstung stimmen. Regenbekleidung ist natürlich Pflicht. Außerdem müssen die Schuhe wasserdicht sein und vor allem eine rutschfeste Sohle haben. Damit bei starkem Regen kein Wasser eindringen kann, ziehst du am besten zusätzlich Gamaschen über die Schuhe und Hosenbeine. Sehr praktisch sind gerade bei rutschigem Untergrund Wanderstöcke. Mit diesen kannst du bergab schnell gehen, ohne zu rutschen, und schonst dabei deine Knie. Benutzt du Wanderstöcke, dann bei kühlen Temperaturen an Handschuhe denken – nasse Hände frieren schnell und du könntest an den Griffen abrutschen.

Wem schon mal unverhofft der kalte Regen in den Kragen gelaufen ist, der weiß, wie unangenehm das ist. Daher schon beim Kauf der Regenjacke ausprobieren, wie gut du die Kapuze einstellen kannst. Du solltest den Schirm möglichst gut in die Stirn ziehen können und zwischen Hals und Kragen sollte kein großer Zwischenraum sein. Sitzt die Kapuze auch bei Wind gut? Hörst du noch etwas mit Kapuze auf dem Kopf?

Willst du nasse Ärmel vermieden, zieh die Fleecejacke, das Hemd oder das Funktionsshirt bis zum Ellbogen hoch. Auf diese Weise können sich die Ärmel nicht mit Feuchtigkeit vollsaugen. Das Gleiche gilt natürlich auch eine Etage tiefer für die Hose – alles, was sich unter der Regenhose befindet, entweder in den Stiefelschaft stecken oder hochkrempeln.

Weil man es leicht vergisst, hier noch eine Erinnerung – die Jackentaschen gut verschließen. Hier dringt sonst gleich der Regen ein. Wanderrucksäcke sind übrigens in der Regel nicht wasserdicht. Daher ist eine gute Regenhülle für deinen Rucksack Grundvoraussetzung, damit deine Wechselwäsche nicht nass wird.

Berg- und Tourwahl anpassen

Regen lässt so manche Tour oder einfachen Gipfelanstieg plötzlich viel schwieriger werden. Der Fels ist rutschig wie Seife und eine einfache Kletterpassage wird damit zu einer echten Herausforderung. Daher beim Wandern im Regen lieber auf bekannte Touren oder einfache Almwanderungen setzen. Du wirst sehen: Auch bereits bekannte Touren entfalten im Regen oder wolkenverhangen einen ganz neuen Charme. Außerdem bieten bekannte Touren den Vorteil, dass du das Risiko besser einschätzen kannst. Und falls der Genuss nicht zu kurz kommen soll – eine Hütte als Einkehrmöglichkeit ist natürlich das perfekte Ziel für eine Regenwanderung.

Wetter beobachten

Gerade bei schlechtem Wetter gilt: Behalte immer die Witterung im Auge und starte bei Gewitterneigung auf keinen Fall. Sollte der Regen in Schnee übergehen oder dichter Nebel jede Orientierung verhindern, ist ebenfalls der richtige Zeitpunkt für einen Tourabbruch gekommen. Die Gefahr, sich zu verletzen, ist irgendwann zu groß und der Spaßfaktor zu klein. Auf deinen gesunden Menschenverstand und dein Bauchgefühl solltest du dich immer verlassen.

Für mehr Sicherheitstipps beim Wandern im Regen haben wir in dem Beitrag „Outdoor-Grundwissen – Tipps bei Notfällen und Gewittern“ für dich die wichtigsten Infos rund um das richtige Verhalten bei kleinen Verletzungen oder Unwettern zusammengefasst.

Wir wünschen dir viel Spaß!