Pilgerwege auf der ganzen Welt

Fünf Pilgerrouten, die du bewandert haben musst

Fernwanderungen erfreuen sich in den vergangenen Jahren immer größerer Beliebtheit. Weite Entfernungen zu Fuß zurückzulegen verspricht den Reisenden nicht nur unmittelbare Nähe zur Natur, sondern auch Entschleunigung und Abstand zum Alltag zu gewinnen.

Vor allem Pilgerrouten erleben einen Boom. Gemeinsam mit anderen Menschen dasselbe Ziel vor Augen zu haben, stärkt den Zusammenhalt und hilft, auch schwierige Passagen der Wanderung zu überstehen. Es gibt viele Pilger, die gerade von diesem Zusammenhalt auf der Reise schwärmen, der durch gemeinsame Unterkünfte und Rastplätze, an denen man sich unweigerlich wiedertrifft, noch verstärkt wird.

Wir stellen in diesem Beitrag fünf Pilgerwege aus der ganzen Welt vor. Jeder hat seinen eigenen Reiz und ganz unterschiedliche Herausforderungen – aber alle sind es definitiv wert, bewandert zu werden. Also: Rucksack packen und los!

1.      Via Francigena von Siena nach Rom

Die Via Francigena ist eine klassische Pilgerroute, die in England oder Frankreich startet und als Ziel das Herz der Katholiken hat: Rom. Besonders reizvoll ist der Pilgerweg auf seinem letzten Abschnitt zwischen Siena und Rom. Hier wanderst du auf der alten Via Cassia, die teilweise sogar noch im Originalzustand von vor 2000 Jahren ist. Landschaftlich erwartet dich eine typisch-italienische Umgebung: Sanfte Hügel, Olivenhaine und kleine malerische Städtchen voller Kunst und alter Häuser. Ebenfalls besonders: In dieser Gegend Italiens gab es eine Menge vulkanischer Aktivität, was sich heute an den heißen Quellen und Vulkanseen zeigt, die die Via Francigena säumen.

Zu schaffen ist dieser 250 km lange Pilgerweg in ca. zwölf Tagesetappen. Das Gelände ist überwiegend flach oder leicht hügelig und somit auch für unerfahrene Fernwanderer und Pilger geeignet. Übernachten kannst du in den bereits erwähnten Städtchen.

Alle Infos rund um die Via Francigena findest du auf der offiziellen Website der Via Francigena.

2.      Paulusweg in der Türkei

Der Paulusweg ist kein besonders alter Pilgerweg. Er wurde im Jahr 2008 eröffnet mit dem Hintergedanken, mehr Tourismus in das wundervolle Hinterland von Antalya zu bringen. Paulus soll unter anderem in dieser Gegend gepredigt und damit signifikant zur Verbreitung des Christentums beigetragen haben. Du findest keine klassischen Pilgerstätten auf diesem Weg, dafür aber eine Menge Natur, kleine, verträumte Dörfer und die legendäre türkische Gastfreundschaft.

Der Paulusweg ist 500 km lang und in 27 Tagesetappen zu schaffen. Du beginnst entweder in Perge, das zehn Kilometer östlich von Antalya liegt oder in Beşkonak im Köprülü Canyon Nationalpark, 80 Kilometer nordöstlich von Antalya. Der Pilgerweg endet in Yalvaç in der Nähe des Eğirdir-Sees, von dem aus du gut in andere Teile der Türkei reisen kannst – oder wieder zurück nach Antalya.

Alle Infos rund um den Paulusweg findest du auf der offiziellen Webseite des Pauluswegs.

3.      Shikoku-Weg in Japan

Auch andere Kulturen kennen das Pilgern – zum Beispiel die japanischen Buddhisten. Der Shikoku-Weg führt einmal um die kleinste der vier japanischen Hauptinseln Shikoku und wartet mit sage und schreibe 88 Tempeln auf. Wer Lust hat, eine völlig andere Kultur zu entdecken und trotzdem auf einem Pilgerweg zu wandern, ist hier richtig.

Da der Shikoku-Weg ein Rundweg ist, kann er überall begonnen und wieder beendet werden. Es gibt darüber hinaus keine „richtige“ Art und Weise, diesen Pilgerweg zu begehen – es kommt auf dem Shikoku-Weg nicht darauf an, alle Tempel zu Fuß zu erreichen. Viele Menschen pilgern mit organisierten Busreisen, im eigenen Auto oder auch mit dem Fahrrad. Es ist sogar möglich, den Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu meistern, was jedoch etwas Planung erfordert.

Wer viel Zeit hat und dem traditionellen Pilgern am nächsten kommen möchte, sollte 40-60 Tage für den 1100 Kilometer langen Weg einplanen. Shikoku ist bergig und viele der Tempel befinden sich auf Gipfeln.

Alle Infos rund um den Shikoku-Weg findest du hier sowie auf der offiziellen Website der japanischen Tourismusbehörde.

4.      St. Olavs-Weg in Norwegen

Der St.Olavsweg ist eigentlich ein ganzes Netzwerk aus (Fern-)Wanderwegen quer durch Norwegen. Egal, für welchen du dich entscheidest, du wirst dich in der atemberaubenden Landschaft Norwegens und entlang vieler religiöser und kultureller Stätten bewegen. Du kannst als Start- und Zielpunkte dabei entweder große norwegische Städte wie Oslo, Trondheim oder Lillehammer nehmen oder dich ganz den Reizen von Norwegens Natur hingeben.

Abhängig von deiner Route brauchst du für den St. Olavsweg 2 Stunden oder 32 Tage. Die offizielle Webseite zum St. Olavsweg gibt neben unzähligen Tourenvorschlägen auch noch praktische Tipps zur Vorbereitung und hat sogar Angebote zu Pauschalreisen und Gruppenwanderungen, falls du nicht alleine wandern willst.

5.      Jakobsweg nach Santiago di Compostela

Der wohl bekannteste Pilgerweg Europas beginnt direkt vor deiner Haustür (so zumindest die Legende) und endet in den meisten Fällen in Santiago die Compostela. Er erfreut sich seit über 1000 Jahren großer Beliebtheit unter Pilgern und ist der bekannteste europäische Pilgerweg. Es gibt zahlreiche Wege, die zum Jakobsweg gehören und überall in Europa beginnen.

Der Camino Francés beginnt an der französisch-spanischen Grenze und ist das letzte Stück des Jakobswegs, auf dem sich alle europäischen Routen treffen. Viele Pilger beginnen ihren Jakobsweg auch erst hier. Entsprechend ist auf diesem Abschnitt ganzjährig, vor allem aber im Hochsommer sehr viel los. Viele Unterkünfte und Raststätten sind gefragt, es lohnt sich daher, vorauszubuchen. Der Camino Francés startet in St. Jean Pied de Port, ist 800 Kilometer lang und in ca. 5 Wochen zu schaffen.

Alle Infos rund um den Jakobsweg findest du auf der offiziellen Website des Jakobswegs.