In die Berge und aufs Wasser!

Unser Schweizer Mitarbeiter Michi Bösiger, Outdoor-Kenner und Erlebnispädagoge, war zwei Tage in der wildromantischen Ostschweiz unterwegs und kombinierte einen anspruchsvollen Klettersteig mit einer entspannten Paddeltour.


Zu den Ursprüngen des Wassers


Ich stellte mir die Frage, woher eigentlich das Wasser der Bäche, Flüsse und Seen ursprünglich kommt. Also machten wir uns auf den Weg Richtung Berge. Als Start wählten wir Braunwald im geschichtsträchtigen Ostschweizer Kanton Glarus.
Braunwald ist ein idyllisch gelegener Bergort 1.256 m ü. M. mit 320 Einwohnern. Der Kur- und Fremdenverkehrsort liegt auf einer Sonnenterrasse westlich oberhalb von Linthal und Rüti. Der Name bedeutet „quellen- und waldreiche Gegend“. Also ideal für unser Vorhaben. Das Dorf ist autofrei und durch eine Bergbahn von Linthal aus erreichbar.
 

Über die Eggstöcke


Der Ursprung jeglichen Baches ist das Wasser, das natürlicherweise vom Regen und Nebel herstammt. Dies zeigte sich uns eindrücklich beim Aufstieg und der Überschreitung der gesamten Eggstöcke. Es handelt sich um einen fantastischen, sehr gut gesicherten und mit Sicherheit einen der schönsten Klettersteige in der Schweiz, inmitten dieser beeindruckenden Glarner Wildheit.
 
Bei Walter Kessler, Inhaber des Kessler Sport in Braunwald, Initiant (Initiator) dieses Klettersteiges und einem großen Kenner, mieteten wir, wie viele andere Begeher auch, unsere Klettersteigausrüstung. Praktischerweise befindet sich der Verleih gleich unterhalb des Einstiegs zum Klettersteig, beim Restaurant Gumen.

Tatsächlich zeigten sich uns die steilen Eggstöcke-Wände teils im Nebel, teils in der Sonne, als ob wir das bestellt hätten. Der Aufstieg auf die Leiteregg und weiter auf den 2449 m ü. M. Vorden Eggstock in ca. 300 Höhenmetern ist einfach und wunderschön, wir genossen den herrlichen Rundblick. Der zweite Teil ist schon recht steil, im mittleren Schwierigkeitsbereich, und wir kamen durch die Sonne ins Schwitzen. Nach der Gratüberschreitung und dem Passieren der Charlotte-Brücke kann man am gesicherten Seil absteigen, eine Variante, die die meisten Begeher wählen. Mittlerweile setzte Nieselregen ein. Wir entschieden uns, auch den folgenden, sehr schweren letzten Aufstieg noch zu bewältigen. Ein Erlebnis besonderer Art; ausgesetzt und teilweise überhängend. Auf dem Gipfel auf 2.445 m ü. M. angekommen, waren wir froh um unsere Regenjacken.

Weitere Infos über diesen Klettersteig unter klettersteige.ch

Übernachtet haben wir auf Tipp von Walter im sympathischen und originellen Backpackers-Guesthouse adrenalin, der Name passt ja irgendwie auch zu diesem Tag.
 

Paddeln auf dem Walensee

Am nächsten Tag stand bei uns das Thema Paddeln hoch im Kurs. Wir fühlten uns angenehm müde nach dem gestrigen Powertag und entschieden uns, da wir mit dem Auto bis zur Bergbahn gefahren waren, direkt den nahen Walensee zu besuchen. An diesem See herrscht ein faszinierendes Mikroklima. Inmitten einer rauen Bergwelt gedeihen an seinem nach Süden ausgerichteten Ufer, am Fuße der fast senkrechten Felswände, Palmen und Feigenbäume, wilder Majoran, wilder Thymian und Wiesensalbei.
 
Die Seekajaks hatten wir tags vorher bei der Kanuschule Bodensee in Arbon gemietet und auf dem Auto mitgenommen. Diesen sehr sympathischen Shop führen Michaela und Beci Hausammann; Freunde, Kanuten und Kanu-/ Kajaklehrer der ersten Stunde. Sie bieten für jedermann/frau interessante Paddelkurse an und vermieten edle Boote für jegliche Paddel-Niveaus. Mir empfahlen sie zwei Seekajaks, die sich tatsächlich als erholsam zeigten.
 
Wir starteten in Weesen auf dem glasklaren und relativ warmen Wasser, bis wir einen schön gelegenen, nahezu ungestörten Platz fanden. Das ist neben dem erholsamen Paddeln ein weiteres Argument fürs Kajaking: Man kommt auch an Orte, die nur so, also paddelnd auf dem Kanu oder Kajak, zu erreichen sind, oft nicht weit weg von den überfüllten Badeplätzen.
Natürlich genossen wir unser verdientes Barbeque, die Sonne und das angenehme Mikroklima dieser Gegend. Am späteren Nachmittag machte sich Gegenwind bemerkbar, also paddelten wir, nun wieder erholt, zurück zum Startort.
 

Einige wichtige Regeln zu Paddel Exkursionen:

 

  • stets den Wetter-/Windbericht vorher checken

  • auch während der Tour das Wetter/den Wind beobachten und rechtzeitig zurückpaddeln

  • immer Schwimmwesten dabeihaben

  • sofern möglich, immer ein teilbares Ersatzpaddel mitnehmen

  • irgendwo angeben, wo man unterwegs ist

  • versuchen, sich immer den Wellen und dem Wind paddelnd anzupassen, nicht dagegen ankämpfen, auch bei starkem Gegenwind nicht in Panik geraten

  • bei Wind/Wetter ufernah bleiben

  • bei großen Wellen das Boot front- oder rückseitig stellen

  • bei Gewitter/Blitzen sofort aus dem Wasser

  • den Rastplatz wieder so verlassen wie er vorher war, ist selbstverständlich

  • als Anfänger (und auch danach) einen Einsteigerkurs besuchen, z.B. bei der Kanuschule Bodensee

  • Never walk (paddle) alone!

     

Ausrüstung

 

  • Kleidung für das Paddeln, die nass werden darf, und trockene Bekleidung für danach (verpackt in wasserdichten Rolltop-Packsäcken im Boot)
  • ideal zu Packen und dank ihrer Wasserdichtigkeit sind die Stausäcke in verschiedenen Größen von Tatonka

  • Wasserschuhe oder Outdoorsandalen, zum Beispiel von Teva, und zusätzlich ein Paar Flip-Flops für den Drink/Café danach

  • Badetuch

  • Sonnenschutz, Sonnenbrille, Sonnenhut

  • falls kein natürlicher Schatten möglich ist, wirkt ein Tarp mit Tarpstangen von Tatonka Wunder

  • Verpflegung, Getränke, z.B. in der unzerbrechlichen Stainless Bottle von Tatonka; ggf. Streichhölzer, Grillrost

 

Fotos (c) Michi Bösiger und Caroline Micaela Hauger
Bericht von Michi Bösiger

 

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