Auf dem Longboard durch Peru – das Abenteuer geht weiter (Part 3)

Ein Leben ohne Abenteuer? Undenkbar! Zumindest für Franky, Stephan und Thomas – drei Jungs, die sich für ihre persönliche „Expedition Life“ mit ihren Longboards auf dem Weg quer durch Peru machten. Bereits im ersten Teil ihrer Tour legten die „Crazy Germans“ aus der Oberpfalz bepackt mit ihren Tatonka Yukon‘s die ersten Kilometer auf der Panamericana zurück. Bestaunt durch viele fragende Gesichter geht ihre Reise durch das südamerikanische Land am Pazifik nun weiter…


Nächtliche Schüsse auf der Fruchtplantage


Gegen 18.30 Uhr erkennen wir in der Ferne das Licht eines Motorrads, welches auch gleich zielgenau 20 Meter vor uns halt macht und uns extrem blendet. Nach kurzer Beratung entscheiden wir uns, den Motorradfahrer anzusprechen, allerdings sucht der kurz darauf das Weite. Etwas perplex begeben wir uns wieder zurück zum Zeltplatz, und es scheint alles ruhig zu sein. Eine halbe Stunde später bekommen wir aber erneut Besuch, diesmal von zwei Motorrädern. Nachdem einer der Unbekannten abgestiegen ist, folgen zwei Schüsse aus einer Pumpgun, woraufhin wir vor lauter Angst Zigaretten und Zahnbürsten zu Boden fallen lassen. Es sind Stimmen zu hören, jedoch hat der Schreck uns allen die Sprache verschlagen.

Die komplette Szene hat nicht lange gedauert, aber uns kam es wie eine Ewigkeit vor. Zum Glück klärt sich kurz darauf die Situation auf, als sich die näher kommende Person als Polizist identifiziert. Der erste Motorradfahrer war ein Sicherheitsmitarbeiter der Fruchtplantage, welcher uns bei seiner Patrouille angetroffen hat und daraufhin die Polizei verständigte. Fruchtplantagen in Peru werden sehr stark bewacht, weil diese oftmals die einzige finanzielle Einnahmequelle der Region darstellen. Nach einem kurzen Gespräch mit dem sehr freundlichen Polizisten können wir mit großer Erleichterung unser Nachtquartier beziehen. Zuvor macht er allerdings noch Fotos von uns, damit auch die späteren Schichten des Sicherheitsdienstes von unserer Präsenz informiert sind, und schnorrt sich zwei Zigaretten von Franky, der ihm zwar etwas verdutzt, hauptsächlich aber erleichtert seine letzten Kippen überlässt.

Tatonka Longboard-Crew - Frühstück vor der Weiterfahrt

Nach einer ruhigen Nacht und der Gewissheit, den wohl sichersten Schlafplatz in ganz Peru ergattert zu haben, folgen die letzten Kilometer bis nach Ica. Durch die Erfahrungen der letzten Tage hat sich auch schon so etwas wie Routine breitgemacht: Am Morgen wird bei einem kleinen Kiosk gefrühstückt, dann wird gefahren, bis ein passendes Restaurant gefunden ist, danach werden die letzten Kilometer bis zum Tagesziel gefahren, der Zeltplatz gesucht und die Erlebnisse des Tages verarbeitet.

Eine kurzweilige Taxifahrt


Diese Routine begleitet uns bis zur Ankunft in Ica, wo wir von einem Taxifahrer zu unserem Hostel gefahren werden. Während der Fahrt kristallisiert sich heraus, dass unser Fahrer offensichtlich in seinem ganzen Leben noch keinen weißen Fahrgast hatte. Bei jeder Gelegenheit erzählt er den umliegenden Verkehrsteilnehmern von uns und unserer verrückten Idee. Hierbei zeigt sich übrigens auch, dass er keine Ahnung hat, wo unser Hostel liegt, was uns bestimmt 20 unterhaltsame Minuten zusätzlich mit ihm beschert.

Die Tatonka Longboard-Crew und ihr peruanischer Taxifahrer hatten Spaß.

Zum Glück spricht man in Peru den Preis für ein Taxi vor der Fahrt mit dem Fahrer ab. Nach der Ankunft im Hostel, welches sich übrigens direkt über einem Casino befindet, hat unser Navigator Nummer Eins noch schlechte Nachrichten für uns: Die Strecke zu unserem nächsten Zielort Nazca soll sehr steil werden. Das wollen wir doch erstmal sehen …

Steiler Anstieg und extremer Gegenwind


Nach einer erholsamen Nacht im Hostel geht es also wieder auf die Straße Richtung Nazca. Der angedrohte starke Anstieg lässt zum Glück auf sich warten, und wir können die Fahrt vorbei an grünen Plantagen mit wenig Verkehr genießen. Aus dem langsamen Anstieg entwickelt sich aber leider sehr schnell ein extremer Anstieg. Hatte unser Taxifahrer doch tatsächlich Recht! Die anstrengenden Straßenverhältnisse, gepaart mit dem aufgekommenen Gegenwind, sind sehr zermürbend, und so wird uns auch ziemlich schnell eine Mitfahrgelegenheit angeboten. Wir lehnen jedoch eisern dankend ab und erreichen nach kurzer Zeit den Gipfel mit anschließendem Plateau. Der dauernde Anstieg hat seinen Dienst getan und wir entschließen uns dazu, das Quartier für die Nacht zu suchen.

Die Tatonka Longboard-Crew auf der Strasse Richtung Nazca


Am darauffolgenden Morgen gleich die nächste Ernüchterung: Thomas‘ Camelpack ist zur Hälfte ausgelaufen. Ein perfekter Start in den Tag. Der bereits am Vortag starke Gegenwind hat sich auch über die Nacht nicht beruhigt und sorgt damit für weitere schlechte Laune. Nach nur vier Kilometern müssen wir die erste Kaffeepause mit stilechter Weihnachtstasse einlegen. Im Hochsommer.

Herausforderungen wie im Action-Film


Die schwindenden Essensrationen sorgen dafür, dass wir uns immer mehr auf das Essen in der Heimat freuen. Der Gegenwind legt sich zum Glück langsam, und nach mehreren Kilometern, welche standesgemäß mit Hupkonzert begleitet werden, erreichen wir das erste kleinere Dorf nach zwei Tagen. Hier wird uns abgeraten, die eigentlich geplante Route zu nehmen, da diese angeblich in schlechtem Zustand und dadurch sehr gefährlich ist. Abenteuerlustig wie wir sind, entscheiden wir uns natürlich dafür, genau diese Route zu nehmen, und wir sollen nicht enttäuscht werden, wobei uns die Kreuzzeichen der vorbeifahrenden Einheimischen anfangs doch etwas einschüchtern.

Die Straße macht ihrem gefürchteten Ruf alle Ehre und stellt zusammen mit dem darauffolgenden Abschnitt eine der größten Herausforderungen der Tour dar. Nachdem wir nämlich den vermeintlich schlimmsten Teil in Form von schlechtem Belag, nicht einsehbaren Kurven und Gegenverkehr hinter uns lassen, werden wir vom ersten Sandsturm der Reise in Empfang genommen. Gepaart mit Sand und Müll pfeift uns der unnormal starke Wind ins Gesicht und verwandelt den Uphill in einen Alptraum. Mehrere Male schießt uns das Mad Max-Setting durch den Kopf und lässt uns das ein oder andere Mal beim Hupen der Autos paranoid zusammenzucken. Nach etwa zweieinhalb Stunden Marsch werden wir Gott sei Dank erlöst und können uns unseren Schlafplatz für die Nacht suchen, der überraschend windstill und ruhig ist.

Über die Sanddünen Perus - Die Tatonka Longboard-Crew auf Sandbuggy-Tour

Zwei Tage Pampa und Wüstenpanorama werden am dritten Tag nun zum Glück durch grüne Anbauflächen getauscht. Uns erwarten schöne Up-/Downhillpassagen mit gutem Asphalt. Leider hält dieser Zustand nur bis zur Mittagspause. Danach befinden wir uns auf einer Geraden nach Nazca entlang dem Plateau der Nazca-Linien, die gefühlt kein Ende mehr zu nehmen scheint. Nach stundenlangem Quälen kommen wir vollkommen erschöpft in Nazca an und freuen uns auf die erste längere Pause, denn wir haben nun die Hälfte der Tour hinter uns. Die nächsten drei Tage verbringen wir mit dem Flug über die Nazca-Linien, einer Sandbuggytour und dem Erkunden von Nazca.

Wird die "Longbeard"-Crew ihr Ziel erreichen? Lies im vierten Teil, wie das Abenteuer weitergeht

 

Du möchtest wissen, wie alles begann? Dann erlebe, wie sich die Tatonka Longboard-Crew auf ihren Abenteuer-Trip vorbereitete und was die Jungs auf ihren ersten Kilometern in Peru alles erlebt haben.

 

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