Wundervolle Wanderwelt Sächsische Schweiz

Tatonka-Mitarbeiter Steffen Scholz ist vor allem ein Freund des Wassers - der passionierte Segler und Paddler wandert aber auch gern – vor allem vor seiner Haustür in der Sächsischen Schweiz.

 

Ist Wandern nur etwas für alte Leute? Natürlich nicht!


Ich bin jedenfalls dazu gekommen, weil ich die Einfachheit mag. Einfach heißt, mit wenig Aufwand viel erleben. Und ich finde, bei vielen Dingen treiben wir zu viel Aufwand - an Technik und Vorbereitung, an Material und an Ausrüstung. Da kann dann doch sehr schnell der eigentliche Genuss auf der Strecke bleiben. Um genau zu sein: Mir war es zu aufwendig, nach einem Tag auf dem Mountainbike jedes Mal das Bike zu pflegen. Beim Wandern braucht man wenig: einen Rucksack, Schuhe, vielleicht auch Regenbekleidung - und schon geht es los. Sicher würde ich nicht stundenlang auf Waldwegen geradeaus laufen - man sollte schon auch etwas zu sehen bekommen. Und dafür ist die Sächsische Schweiz ein einmaliges Gebiet, denn beeindruckende Felsgruppen, Canyons und Aussichtspunkte in hoher Dichte machen das Wandern hier überaus attraktiv.

 

Wandern in der Sächsischen Schweiz

 
Als Ausgangsort für Wanderungen in der Sächsischen Schweiz kann man eine der unzähligen Pensionen „mittendrin“ wählen oder aber die Landeshauptstadt Dresden. Von Dresden gibt es entlang der Elbe eine S-Bahnverbindung im 30-Minuten-Takt. Wer es gemütlicher mag, fährt mit der ältesten Raddampferflotte der Welt. Und sollte sich das Urlaubswetter ganz normal mitteleuropäisch geben, also auch mal ein Regentag dabei sein, dann bietet Dresden mit seinen vielen Museen und der historischen Altstadt oder aber auch dem größten zusammenhängenden Gründerzeitviertel Deutschlands, der Neustadt, viel zu sehen und zu erleben. Man kann mitten im Zentrum zum Beispiel günstig im Hostel kangaroo-stop übernachten. Dort ist man nah am Nachtleben in der Neustadt, in wenigen Minuten zu Fuß in der Altstadt und mit der S-Bahn in 30 bis 40 Minuten in der Sächsischen Schweiz.
Eine gern mit Besuchern gegangene Wandertour ist der Schrammweg. Ausgangs- und Zielort sind eine Station S-Bahnfahrt voneinander entfernt. Die Wanderung beginnt an der Grenze zu Tschechien in Schmilka und führt elbabwärts nach Postelwitz.

Von der S-Bahn kommend, fährt man mit der Fähre über die Elbe (der Fährpreis ist in der S-Bahnkarte enthalten), dann folgt man direkt dem markierten Wanderweg zur Heiligen Stiege. Dieser führt in einem Seitental bergan, vorbei an alten und zum Teil liebevoll restaurierten Häusern. Zuerst ist der Weg noch asphaltiert, später wird er immer schmaler. Die „Heilige Stiege“ sind diverse Leitern und Stufen, die zwischen den Felsen erklommen werden müssen.
Danach geht es noch ein Stück nach rechts bis zu einer Kreuzung, an der man dann links dem Zurückesteig in Richtung Schrammsteine/ Ostrau folgt. Der Weg führt nun immer nahe dem Kamm als Gratweg auf und ab, und zu beiden Seiten gibt es viele schöne Ausblicke. Auch skurril gewachsene Bäume und statisch sehr fragwürdige Felsen kann man bestaunen. Für die Rast bietet sich bei windstillem Wetter die Aussicht Breite Kluft an. Das ist ein Plateau mit einem herrlichen Blick in Richtung Westen. Weiter geht es in Richtung Schrammsteinaussicht, dem Höhepunkt der Tour. Über verschieden kleine Auf- und Abstiege erreicht man die Aussicht. Hier hat man einen der schönsten Rundblicke über die Sächsische Schweiz.

Nach dem Abstieg gibt es mehrere Möglichkeiten, zum Schrammtor und dann weiter nach Ostrau zu gehen. In der Woche, wenn wenig Besucher unterwegs sind, kann man den Wildschützensteig nutzen, ansonsten muss man noch ein bisschen weiter zurück und steigt über den Mittelwinkel oder den Jägersteig ab. Am Schrammtor vorbei geht es weiter in Richtung Ostrau. Hier empfiehlt sich der Lattengrund. Dieser Grund ist ein Canyon, in dem schon mal bis Ende April Schnee liegen kann. Nach dem weiteren Abstieg kommt man an einer Straße an. Dieser kann man bergab nach Postelwitz folgen, oder man macht einen Abstecher in die Schrammsteinbaude (ca. 100m bergauf), um die verlorenen Kalorien wieder aufzufüllen. In Postelwitz angekommen, geht es elbabwärts an den alten Häusern vorbei bis zur Fähre. Man setzt mit der Fähre über und läuft noch ein kleines Stück elbabwärts bis zum Bahnhof Krippen.

Die oben erwähnte Einfachheit bei der Ausrüstung heißt für mich: ein leichter Wanderrucksack (z.B. unser Skill) eine Sitzunterlage (z.B. das Alusitzkissen von Tatonka), Leichtwanderschuhe (z.B. Riva Leather Mid NW von TEVA) und für alle Fälle ein Erste Hilfe Set (z.B. First Aid Compact von Tatonka). Die einfachste Regenbekleidung wäre unser Poncho, er ist aber bei Wind doch ganz schön flattrig - da habe ich dann doch lieber meine Membranjacke und –hose, die ich auch zu anderen Aktivitäten nutzen kann - wie zum Beispiel Skifahren im Erzgebirge oder Paddeln im Spreewald - aber das wäre dann schon der nächste Bericht!
 

Wissenswertes rund um die Tour:

Am besten geht man bei nicht zu windigem Wetter, und natürlich sollte es auch nicht zu diesig sein. Besonders schön ist die Tour im späten Frühjahr, wenn alles blüht, oder im Herbst, wenn die Laubfärbung eingesetzt hat. Im Herbst sind weniger Leute unterwegs. An jedem Wanderweg stehen Tafeln, die den Besucher des Nationalparks auf die bestehenden Regeln hinweisen. Bitte beachtet diese, damit die Regeln auch morgen noch so gelten.

 

Ausrüstung:



- Regenbekleidung

- Mütze/ Kappe als Sonnenschutz

- Essen und Trinken für unterwegs

- Sitzkissen

- Sonnencreme, Sonnenbrille

- je nach Trittsicherheit entsprechendes Schuhwerk ( zu schwer raubt auch die Kraft!! )

- Kamera

- Handy

- Geld

- Erste-Hilfe-Set

Wanderstöcke stören auf dieser Tour mehr, als das sie nützlich sind.


Tourdaten:

Höhenmeter: ca 520
Dauer: zwischen 3 und 5 Stunden
Länge: ca. 11km

(c) Text und Bilder: Steffen Scholz